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101.03 Kopfleiste [03] Die Geschichte der Herren von Buchenau

Nachdem ich in den vergangenen Berichten den Rittern von Haune und von Trümbach über die Schultern geschaut habe und ihre Fehden untereinander und mit den Äbten von Fulda und Hersfeld verfolgen konnte, sind tausend Jahre Geschichte vergangen. Es gab Jahre mit den Wirren des Dreißigjährigen Krieges und vor allem Händel der Rittergeschlechter untereinander, miteinander gegen die Äbte und gegen die Ansprüche der hessischen Grafen. In dieser Zeit trugen die Ritter Fehden untereinander aus und vernichteten dabei ihre Burgen und Schlösser. So erhielten die Ritter von Buchenau im Sommer 1468 allein 14 Fehdebriefe. 1) 2) Daraus resultierend wurde die Buchenauer Burg im Herbst angegriffen und von 4000 Mann belagert. Dieser Angriff erfolgte im Rahmen eines Bruderkrieges zwischen den Landgrafen Ludwig II. von Niederhessen und Heinrich III. von Oberhessen. Die Buchenauer standen auf der Seite Ludwigs II. Ein direkter Angriff auf die wehrhafte Burg und eine Belagerung erfolgte nicht; die Feinde wurden bereits bei einem Angriff auf ein Blockhaus und durch Entsatz aus Hersfeld abgewehrt. [04] Damit man eine Vorstellung erlangt, wer und in welchem Gebiet die Ritter damals rund um Hünfeld ansässig waren, habe ich die Burgen zwischen Fulda und Hersfeld bei Google earth markiert. 101.04 Karte Burgen

Die Burgen und Schlösser zwischen Henneberg und Ziegenhain [05]

Dies waren die Geschlechter, die in unserer Gegend in diese Fehden zu unterschiedlichen Zeiten verstrickt waren: > die Ritter von Haune (Burghaun / Hauneburg) > die Ritter von Trümbach (Wehrda) > die Herren von Buchenau > die Grafen von Henneberg > die Freiherren von Dörnberg (Herzberg) > die Ritter von Romrod > die Reichsgrafen von Schlitz genannt von Görtz > die Ritter von Tann > die Grafen von Ziegenhain > die Fürstäbte von Fulda und Hersfeld Aus meinen Berichten über Burghaun und Haunetal eine Zusammenfassung bezüglich der diversen Rittergeschlechter. > Nach der Ermordung des Abtes Bertho II. von Leibolz im Jahre 1271 durch die Buchonischen Ritter, zu denen auch die Ritter von Haune gehörten und nach den Strafexpeditionen durch Bertho III. von Mackenzell wurde die Burg Haun im Jahre 1276 nach achttägiger Bestürmung im Auftrag des Abtes vom Kloster Fulda Bertho IV. von Biembach zerstört. [06] Nachdem sie versprochen hatten, ihren gesamten Besitz der Kirche zu Fulda lehnbar zu machen, stellten die Ritter von Haun die Burg wieder her und verstärkten deren Mauern. [06] > 1402 unternahmen die Ritter von Haune zusammen mit anderen buchischen Rittern einen Einfall in Niederhessen. Sie wurden aber von Landgraf Hermann II. von Hessen bei Homberg geschlagen. Er verfolgte die Überlebenden bis in fuldisches Gebiet und eroberte die Hauneburg, die dabei teilweise zerstört wurde. [07] > Um 1442 plünderte Reinhard von Haun mit einer Gruppe fuldaischer Adliger das Henneberger Land und hielt Dienstleute des Grafen Wilhelm II. von Henneberg in der Burg Haun als Gefangene. Der Henneberger erstürmte darauf mit 2.000 Mann und 230 Streitwagen die Burg und zerstörte sie. Ritter Reinhard von Haun, sein Sohn und einige Gefolgsleute brachte man als Gefangene nach Schleusingen. Sie bekamen dort im sogenannten Haunsturm in der Südostecke der Bertholdsburg eine lebenslängliche Unterkunft zugewiesen. [06] > Ludwig II. von Hessen-Kassel versuchte, sich Einfluss bei dem bedeuteten Rittergeschlecht derer von Buchenau zu verschaffen. Zu diesem Zweck verlangte sein Marschall, Simon von Wallenstein, Eintritt in diesen Clan. Dies führte innerhalb der Familie von Buchenau zum Streit zwischen dem Befürworter dieses Beitrittes, Simon von Buchenau, und den Gegnern des Anliegens, Bosso und Georg von Buchenau. [07] > Im Jahr 1469 versuchte Heinrich III. von Hessen-Marburg mit Unterstützung von fuldischen Truppen, Simon von Buchenau zu vertreiben. Er zog mit 4000 Mann zur Belagerung der Burg in Buchenau (Vorgängerbau des Schlosses). Daraufhin kam Ludwig II. mit einem Entsatzheer dem in Bedrängnis geratenen Simon zu Hilfe. Heinrichs Belagerungstruppen flohen, als das Entsatz Heer anrückte. Simon rächte sich daraufhin an Heinrich III., in dem er die Burg Hauneck zerstörte. [07] > Im Jahr 1628 erlosch mit Ludwig von Haune das Rittergeschlecht, die Besitzungen fielen an die Tochtermänner, Melchior und Reinhard von Boyneburg-Gerstungen und Volbert Schenck zu Schweinsberg. Später tauschte der Abt von Fulda diese Besitzungen gegen solche in Buchenau ein. [06] > Cirka 1703-1706 wurde die Ruine der Burg Haun im Auftrag von Fürstabt Adalbert von Schleifras, der von 1700 bis 1714 regierte, komplett niedergelegt, die Burgkeller verfüllt und alle Reste der Burg sukzessive vollständig überbaut. Heute zeugt nur noch ein ungesicherter Burgmauerrest unterhalb der katholischen Kirche von der einstigen Burg (der aber auch eine vor die historische Burgmauer gesetzte Stützmauer der Kirche sein kann). [06] > Der Fuldaer Fürstabt Adalbert von Schleifras ließ 1707 nach Abriss der großen Kemenate der einst mächtigen Hauneburg auf deren Fundamenten die Katholische Pfarrkirche, heute "Mariae Himmelfahrt-Kirche", errichten. [08] Dieser Geschichtsabriss umfasst einen Zeitraum von 400 Jahren! Nach diesem Prolog stehen nun die Burgen und Schlösser der Herren von Buchenau auf meinem Besichtigungsprogramm. Wie bisher ist zuerst eine umfangreiche Info im Internet angesagt. Dabei stoße ich auf eine Überraschung. Das Feld ist bereits bestellt! Die Burgen und Schlösser sowie das Leben derer von Buchenau sind in Bild und Text umfangreich dargestellt. Herr Peter Schaaf präsentiert auf seiner website "http://www.buchenau.info/" eine ausgezeichnete Darstellung über die Herren von Buchenau und deren Schlösser. Hier könnte ich nun meinen Bericht mit dem o.a. Verweis auf die genannte website beenden. Ich werde dies nicht tun, sondern versuchen, eine eigene Darstellung von Buchenau zu finden. In diesem Sinne sind meine Berichte zu sehen. Insgesamt sind es schließlich fünf Teilberichte geworden: >

101 - Die Herren von Buchenau - Ihre Geschichte >

102 - Die Herren von Buchenau - Die Obere Burg >

103 - Die Herren von Buchenau - Die Alte Burg >

104 - Die Herren von Buchenau - Das Schenckschloss >

105 - Die Herren von Buchenau - Die Kirche von Buchenau

Zuerst eine kurze Beschreibung von Buchenau. Der Ort Buchenau Buchenau gehört zur Gemeinde Eiterfeld im Landkreis Fulda. Es liegt in einem Tal am nördlichen Rand der Rhön. Durch den Ort fließt die Eitra, ein Nebenfluss der Haune. Drei Schlösser, eine historische Kirche und zahlreiche Fachwerkhäuser prägen das Gesicht des Ortes. [09] 101.05 Ortsschild DSC_3977.2 Lesen wir, wie Buchenau beschrieben wird oder sich selbst beschreibt: 101.06 Plan Ortsteile Eiterfeld

Buchenau auf dem Plan von Eiterfeld [10]

101.07 Wappen Eiterfeld 2

Das Wappen von Eiterfeld [11]

Im Wappen von Eiterfeld rechts oben ein grüner Sittich, im goldenen Feld, mit silbernem Halsband, das Wappentier der Ritter von Buchenau Buchenau ist ein Ortsteil von Eiterfeld. Es liegt in Osthessen im nördlichen Teil des Landkreises Fulda. Am 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Buchenau in die Gemeinde Eiterfeld eingegliedert. Koordinaten: N50°46'53''E009°45'56'' Höhe: 266 m NN Einwohner: 1737 aus der Einwohnerstatistik 2012 der Gemeinde [12] 101.08 Buchenau bei  Google earth

Buchenau bei Google earth [13]

101.09 Plan 2 Buchenau

Buchenau auf dem Plan von Eiterfeld [14]

Nach dieser Beschreibung des heutigen Lebensraums der Ritter von Buchenau nun zu ihrer Geschichte.   Die Geschichte des Buchenauer Adels und seiner Schlösser [15] Ich beginne meine Darstellung derer von Buchenau mit einer allgemeinen Beschreibung. Die Herren von Buchenau waren ein Adelsgeschlecht fränkischen Ursprungs, das seinen Namen nach dem gleichnamigen Ort Buchenau bei Eiterfeld in Hessen führte. Sie entstammten dem Stand der freien Vasallen 3) und begründeten sich auf eine Grundherrschaft. Sie waren alleinige Grundherren, mit der Burg als Mittelpunkt der Herrschaft. Verschiedener Landbesitz, die damit bedingte Macht und die Möglichkeit, Schutz zu bieten, bildeten den Kern der grundherrlichen Rechte. Sie hatten das aktive und passive Lehnsrecht. Durch das aktive Lehnsrecht konnten sie selbst in ihrem Allod 4) Lehen vergeben. Gleichzeitig waren sie Lehnsträger zahlreicher Lehnsherren. [16] 101.10.1x Wappen Adelsgeschlecht Buchenau

Wappen der Familie von Buchenau [17]

Das Wappen der Familie von Buchenau aus dem Siebmachers Wappenbuch von 1605: In Gold, ein linksgewendeter, golden gekrönter, rot bewehrter, schreitender grüner Halsbandsittich mit rotem Band. Das Siebmachers Wappenbuch verzeichnet hingegen ein rechtsgewendeten Halsbandsittich, der nicht schreitet und nicht gekrönt ist. [18] Familienrechtlich war der Stammsitz eine Ganerbschaft. Hierdurch wird der ungeteilte Besitz an alle Nachkommen vererbt. 1406 werden z. B. 20 Ganerben erwähnt. Des Weiteren war Buchenau ein "Weiber- oder Kunkellehen" 5), sodass nach Aussterben der männlichen Linie auch an die weiblichen Nachkommen vererbt werden konnte. Hierdurch wurde 1815 nach dem Tod des letzten männlichen Erben an einen weiblichen Nachkommen vererbt, wodurch die Ritterschaft in den Besitz der Familie von Seckendorff kam. [18] Bei Google earth lässt sich der Besitz der Buchenauer relativ gut darstellen. 101.11 Die Schlösser bei Google earth

Die Schlösser in Buchenau  bei Google earth

[Generalshaus - Alte Burg mit Spiegel- und Seckendorffschloss - Schloss Buchenau] [19]

101.12 Buchenau Schlösser

Die Schlösser in Buchenau auf einem Stadtplan

[Generalshaus - Alte Burg mit Spiegel- und Seckendorffschloss - Schloss Buchenau] [20]

  Nun die chronologischen Listung der Mitglieder des Geschlechtes und auch einiger Umstände in der sie lebten. [15] 948 wird Buchenau (der Ort ?) erstmals in einer Urkunde von Otto I. als "Buochon" erwähnt. [a] 1062 wurden die Brüder Reginbodo und Sigebodo aus Buochon urkundlich erwähnt, die der Kirche zu Fulda ein Seelengerät stifteten. Vermutlich sind diese Brüder Ahnherren des Geschlechtes von Buchenau. [b] 1217 war mit Berthold von Buchenau (um 1200 bis 1217) die erste Erwähnung eines Vertreters der Familie. Er war vermutlich Untervogt. [b] Berthold von Buchenau wird als erstes Familienmitglied namentlich in den Urkunden genannt als er 1217 vom Hersfelder Abt das Holzförsteramt erhielt. Die frühsten Zeugnisse, die die Eigentumsverhältnisse des später buchenauischen Gebiets klären, sind königliche Schenkungs Urkunden. Es geht zurück auf königliche Schenkungen an die Klöster Fulda und Hersfeld: Sie erhielten sogenannte forestes, also bewaldete, der allgemeinen Benutzung entzogene Gebiete. Über diese Gebiete hatten nicht mehr königliche Beamte (Grafen), sondern die jeweiligen Landesherren die Verfügungsgewalt. Der forestis Branvirst (oder Branforst) kam spätestens 980 an die Abtei Fulda. Das darin liegende Landdreieck am Zusammenfluss von Haune und Eitra kam später an die Ritter von Buchenau. Der östlich der Eitra gelegene Besitz, der später ebenfalls an die von Buchenau übergehen sollte, der Bannbezirk „Eherinvirst“, war seit 1003 im Besitz des Klosters Hersfeld. In diesen Hoheitsgebieten der Klöster entwickelte sich im Hohen Mittelalter eine Ritterschaft, die rechtlich mit den Ämtern der Abteien gleichgestellt, d.h. eigenständig war – darunter waren auch die Ritter von Buchenau. [21] 101.13 Gebiet derer von Buchenau 2

Graphik "Grundlagen des Gebiets derer von Buchenau" [22]

Berthold von Buchenau stand als Vasall im Dienst des Abtes Johann von Hersfeld. Offenbar nahm er eine für das Kloster wichtige Position ein, denn der Abt schuldete ihm die beträchtliche Summe von 300 Goldmark. Da er offenbar nicht im Stande war zu zahlen, verlieh er Berthold das Amt des Holzförsters, das die Aufsicht über alle Wälder der Abtei und die zugehörigen Propsteien St. Johannesberg und St. Petersberg beinhaltete. An Berthold gingen 1/3 des Holzgeldes und 1/3 der gefällten Bäume. Außerdem hatte er das Amt des advocatus (Vogt) über das Dorf Kreuzberg und das darin liegende Gut am Fuß des St. Johannesbergs inne – wahrscheinlich war er Untervogt aus dem Stand der Freien, wie schon einige seiner Vorfahren. Zu Gunsten der dortigen Propstei verzichtete er allerdings weitgehend auf seine Rechte und ließ dafür Seelenmessen für sich und seine Angehörigen lesen. Bertholds drei Söhnen Hermann, Erkanbert und Berthold wurde das Holzförsteramt von den Hersfelder Äbten mehrmals urkundlich bestätigt. Der Waldbesitz sollte bis in die Neuzeit hinein die Haupteinkommensquelle der Familie bleiben. [21] 1266 wird ein weiterer Vogt mit 'Magister Eckinbertus advocatus de Buchennowe' genannt 1305–1315: Simon von Buchenau ist Abt in Hersfeld. [b] * vor 1270 Buchenau, † nach 21.7.1316 Johannesberg bei Bad Hersfeld (?), Begräbnisort: Johannesberg bei Bad Hersfeld Propsteikirche (?) Vor 1300: Simon wurde Mönch im Kloster Hersfeld. Um 1300: Spätestens unter Abt Berthold I. von Elben avancierte Simon zum Stiftsdekan, als welcher er für innere Disziplin sorgte. So war er bereits mit dem Stiftspropst zweiter Mann in der Abtei und empfahl sich für den Abts Stuhl. Ende 1302 oder kurz darauf: In einer zwiespältigen Wahl gegen den Hersfelder Mönch Heinrich stieg der bisherige Dekan Simon von Buchenau zum neuen Abt auf. Spätestens Januar 1304: Simon erhielt in Mainz die Bestätigung und Weihe durch Erzbischof Gerhard II. von Eppstein. 15.3.1305: Erste lokale Erwähnung Simons als Abt in einer Urkunde zum Filialkloster Frauensee, so dass er wohl im Stift Bad Hersfeld und beim Nachbarn Fulda akzeptiert war. Denn es kam zu einem beiderseitigen Schutz- und Trutzbündnis gegen die wettinischen Machtansprüche in Thüringen, das per Handgelöbnis von Abt Simon nebst seinem Dekan und Konvent mit dem Fuldaer Abt Heinrich V. von Weilnau geschlossen wurde. 1315: Simon machte sich innenpolitisch so verhasst, dass ihn auch seine früheren Anhänger verließen. So musste er vor Oktober des Jahres die Regierung durch Absetzung oder Resignation aufgeben und Hersfeld räumen. 1315/16: Der alte Abt befehdete von der nahen Propstei Johannesberg aus Stadt und Konvent, ohne dass der Ausgang des Konflikts bekannt wäre. 21.7.1316: Simon wurde urkundlich als Johannesberger Propst bezeichnet. Der Todestag Simons ist unbekannt, doch dürfte er angesichts fehlender weiterer Nachrichten bald nach seinem Letztbeleg als Johannesberger Propst (21.7.1316) vor Ort gestorben sein. Dann wäre er in der verschwundenen Propsteikirche begraben worden. [23] 1317 Dezember 11: Schiedsspruch zwischen Graf Johann I. und denen von Buchenau 101.14 Schiedsspruch  Ziegenhain_1317-Dez-11

Die Urkunde des Schiedsspruchs [24]

Beschreibung der Urkunde: Siegel anhängend. 1. obere Ränder stark beschädigt; Siegelbild: Schild mit Eselskopf; 2. Rand oben und rechts unten beschädigt; Siegelbild: Schild, quer zweigeteilt, untere Hälfte gerautet (Rautenmusterung), in oberer Hälfte zwei nach außen blickende Greifvogelköpfe mit Hals- und Brustansatz; Umschrift: [+SGER)LACI DE L [UME]SFELT MI[LES]. Die Ritter Volpert von Warmshausen und Gerlach von Leimsfeld sind als Schiedsleute erwählt worden um Recht zu sprechen zwischen Graf Johann [I.] von Ziegenhain (Cyginhein) und denen von Buchenau (Buchinouwe). Die Anklagepunkte lauten: 1. Die von Buchenau sollen Hermann von Sontra (Suntrahe), Bürger des Grafen, eine Kuh und ein Pferd gestohlen haben. Amtmann Gerlach von Lüder (Luoder) folgte ihnen in ihr Haus, doch trotz Lüders Aufforderung wollten die von Buchenau die Tiere nicht zurückgeben. 2. Die von Buchenau sollen dem von Rothardsrode (? Ruotharterade), Bürger des Grafen, Brandschaden zugefügt und sie beraubt haben. 3. Konrad von Wernswig soll den Grafen beraubt und das Diebesgut zum Haus derer von Buchenau geschafft haben. Der Amtmann des Grafen folgte Konrad und konnte ihm das Geraubte wieder abnehmen. Volpert und Gerlach entscheiden, darauf, dass jeglichen Schaden, den der Graf denen von Buchenau zugefügt habe, mit Recht geschehen sei. Zeugen: Ritter Simon von Schlitz (Slidese). Siegler: die Aussteller. Dirre brieb ward gegebin so man zalte von Cristes gebord Tusind iar drihundird iar vnde in deme sibincehinden iaren, an deme Suntage vor Sente Lucien tage. [25] 1326 hielt Wetzel von Buchenau mit anderen den Erzbischof von Magdeburg auf der Burg Brandenfels gefangen [c] Um 1360 bis 1414: Eberhard von Buchenau, genannt "die alte Gans", war als ein gefürchteter Kriegsmann und Ritter bekannt. Eberhard war nicht Mitglied des Sternerbundes, nahm jedoch an den Kämpfen der Stadt Hersfeld mit ihren Äbten auf Seiten der Äbte und des Klosters teil, so auch in der Vitalisnacht am 28. April 1378. In den Kämpfen der Landgrafen von Hessen stand er auf deren Seite und leistete ihnen hervorragende Dienste. Den Bischof Gerhard von Würzburg unterstützte er gegen den Grafen von Henneberg. [b] Eberhard von Buchenau war als buchischer Ritter um 1400 herum von herausragendem Verhandlungsgeschick aber auch von Kampfeslust und Rücksichtslosigkeit bekannt. Durch taktische Allianzen und strategische Seitenwechsel versuchte er – meist erfolgreich – Macht und Besitz seiner Familie zu mehren. [u] 1371-1373 standen die Brüder Gottschalk und Eberhard von Buchenau im Sternerkrieg anfänglich gemeinsam auf der Seite des Landgrafen Hermann von Hessen. [c] Um 1385: Gegen Ende der Auseinandersetzung wandten sie sich aber gegen ihn. Sowie auch in der Folgezeit, wandten sie sich auf seine Seite oder gegen ihn. [c] 1401: Wetzel von Buchenau verpfändet Güter in Bodes an Hermann von Leimbach; Bürgen: sein Sohn Eberhard von Buchenau und Gottschalk von Buchenau [d] 1406 wurde auf der Stammburg in Buchenau ein Burgfriede errichtet, an denen vier Ritter und 16 Knappen genannt wurden. Die von Buchenau waren auch Burgmänner auf anderen Burgen, wie Burg Fürsteneck und Burg Friedewald, wobei sie Teile der Burg als Pfand besaßen. [c] 1418 - 1438: Albrecht von Buchenau ist Abt in Hersfeld. [b] Albrecht von Buchenau war zunächst Probst des Nonnenklosters Kreuzberg an der Werra. Kreuzberg unterstand dem Stift Hersfeld und diente der Familie von Buchenau schon seit früheren Jahrhunderten zur Versorgung von Witwen und unverheirateten Töchtern. Nach dem Tod des Hersfelder Abtes Hermann II. von Altenburg 1418 wurde Albrecht vom Kapitel zum Nachfolger bestimmt. Der Buchenauer, der durch Reichtum und Macht seiner Familie geprägt war, wird als kühn und kriegerisch, aber auch als strenger und ernster Mann beschrieben, der eisern auch die Durchsetzung der Interessen seines Stiftes bestand. "Nicht durch Güte, nur durch Gewalt und Schrecken suchte er zu regieren", schrieb Georg Landau in den 1830er Jahren über Abt Albrecht. So unterdrückte er z.B. das Stadtgericht und weigerte sich, die von der Verschwörung eines seiner Vorgänger gegen die Stadt Hersfeld im Jahre 1378 herrührende Buße zu leisten. Eine Tat, die endgültig den Hass der Hersfelder heraufbeschwor, war die Verhaftung des Hermann Gerwig, eines der angesehensten Hersfelder Bürger. Der Ratsschöffe wurde im Rathaus verhaftet und auf das Schloss Eichen gebracht, wo Albrecht ihn verhungern ließ. Abt Albrecht wurde zum Symbol des Kampfes zwischen den nach Freiheit strebenden Bürgern und dem herrschsüchtigen Klerus. Offene Feindseligkeiten gegen ihn konnten nur durch Vermittlung des Landgrafen Ludwig von Hessen verhindert werden. Eine endgültige Versöhnung mit den Hersfeldern war aber bis zu seinem Tod nicht möglich. [26] 1438 entsagte der sicher frustrierte Albrecht von Buchenau schließlich der Abtswürde. Dies muss vor dem 31. August des Jahres geschehen sein, da damals bereits sein Nachfolger Konrad von Hirzenrode als Abt eine Urkunde für das Hersfelder Tochterkloster Frauensee in Thüringen ausstellte. Der zurückgetretene Albrecht starb noch im selben Jahr 1438. Er wurde vor dem St.-Andreas-Altar in der Hersfelder Stiftskirche begraben. [27] 1440 - 1449: Hermann II. von Buchenau ist von 1419 bis 1427 Koadjutor 6) und Verweser und von 1440 bis 1449 Abt von Fulda. [b] 101.15 Wappen Hermann II.

Wappen Hermann II. von Buchenau, Fürstabt von Fulda (1440-1449) [28]

Die Abtei Fulda steckte in finanziellen Schwierigkeiten, und Hermann von Buchenau reformierte ihr Finanzwesen, indem er die Ministerialen zu Zahlungen heranzog. Zudem schritt er gegen Übergriffe der Ministerialen gegenüber Untertanen der Abtei ein. Diese Handlungen und andere Umstände führten zu wachsenden Spannungen zwischen dem Konvent und dem Abt. In seiner Zeit als Fürstabt von Fulda war er offenbar die meiste Zeit bei seinem Freund Konrad III. von Dhaun, dem Erzbischof von Mainz. Dies hatte vermutlich auch noch andere Gründe, denn 1427 hatte Landgraf Ludwig I. von Hessen, nach seinem entscheidenden Sieg über Mainz im Mainzisch-Hessischen Krieg vom 1427, mit Konrad III. von Dhaun eine Übereinkunft getroffen, dass bei finanziellen Handlungen (Verpfändungen, Verkäufen, usw.) Mainz und Hessen sich gegenseitig die Rechte an der Fürstabtei Fulda sichern wollten. Da Hermann von Buchenau und Konrad von Mainz befreundet waren, kam diese Übereinkunft (in den Regesten des Landgrafen von Hessen nachlesbar) nicht zur Geltung. Die Schmähungen des Fuldaer Konvents erscheinen gegen diesen Hintergrund in einem anderen Licht. Bezeichnend ist darüber hinaus, dass Hermann von Buchenau selbst in einer Arbeit von 2004 (Die Benediktiner Klöster in Hessen) nur als Zählfürstabt im Register genannt wird; in der eigentlichen Ausarbeitung, d. h. im Text, wird er übergangen. Dieser Umstand macht auch heute noch eine gewisse Disharmonie gegenüber Hermann von Buchenau erkennbar, bzw. macht die Quellenlage oder auch den Ausarbeitungsstand deutlich. Ein sinngemäßer Ausspruch von Hermann von Buchenau ist: Er möchte (nach den Handlungen zur Finanzreform, siehe oben) den Betroffenen nicht noch weiter unangenehm zur Last fallen. [e] 1468 wurde Buchenau im hessischen Bruderkrieg von Landgraf Heinrich III. von Hessen-Marburg vergeblich belagert. Simon von Buchenau rächte sich daraufhin an Heinrich III., in dem er die Burg Hauneck zerstörte. [07] 1474 verkaufte Engelhard von Buchenau dem Landgrafen von Oberhessen eine Reihe von Dörfern. Er war dadurch bekannt, dass er in wilder Ehe mit einer Frau lebte, die ihn zu großen Ausgaben verleitete. Der Verkauf wurde auf Protest des Fürstabtes von Fulda rückabgewickelt, zumindest für die Güter der Fürstabtei von Fulda. [b] 1508: Bau des gewaltigen Bergfrieds im Innenhof der Stammburg (Spiegelschloss) durch Gottschalk von Buchenau, der Anfang des 19. Jh. wieder abgerissen wird. [f] 1550: Bau des Generalshauses. 101.16 Obere Burg Generalshaus DSC_3957

Die Obere Burg oder das Generalshaus

Das älteste Gebäude am Schlossgelände ist das Generalshaus, auch "Obere Burg" genannt, das von Georg von Buchenau und seiner Frau Susanne von Mansbach im Jahre 1550 errichtet wurde. [g] + [h] 1568 - 1573 lässt Eberhard von Buchenau die erste rein hessische, evangelische Kirche errichten. [b] 101.17 Evang. Kirche Buchenau DSC_3853

Evang. Kirche zu Buchenau 

Eberhard von Buchenau war zum evangelischen Glauben übergetreten und setzte in seinem Herrschaftsbereich die Reformation durch. Des Weiteren baute Eberhard die Kirchen in Bodes und Erdmanrode. Mit Eberhard erlebte das Geschlecht seine letzte Blütezeit. Dessen Grabmal mit seiner Frau Margaretha von Goltacker und seinen Kindern findet man heute noch im Altarraum der ev. Kirche von Buchenau. [b] 1572 (oder 1575) lässt Eberhard von Buchenau das Spiegelschloss errichten. Es gibt einen Wappenstein mit Allianzwappen Buchenau - Goltacker [a] 101.18 Eingang Alte Burg DSC_3847

Eingang zur "Alten Burg" mit Spiegel- und Seckendorffschloss 

1575 Das Geschlecht von Buchenau baut einen Teil der Gebäude und leiht sich hierzu Geld vom Fürstabt von Fulda. [h] 1578 lässt Conrad Hermann von Buchenau das Seckendorffschloss erbauen. [a] 101.19 Seckendorff Schloss DSC_3890

Das Seckendorffschloss 

Das Spiegelschloss und das Seckendorffschloss liegen zusammen innerhalb eines Wallgrabens und einer doppelten Mauer und werden als "Alte Burg" bezeichnet. [a] 1611-1618 wird das "Schenckschloss" im Renaissancestil erbaut (heute Schloss Buchenau genannt). Erbauer ist Georg Melchior von Buchenau. [c] + [h] 101.20 Schenckschloss DSC_3814

Schloss Buchenau (Schenckschloss) 

Die heute gebräuchlichen Namen der drei Buchenauer Schlösser (Spiegelschloss, Seckendorffschloss und Schenckschloss) stammen jeweils von den ehemaligen bzw. jetzigen Besitzern. [a] Von 1618 - 1648 dauert der Dreißigjährige Krieg. Es war ein Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa und zugleich ein Religionskrieg. In ihm entluden sich auf europäischer Ebene der habsburgisch-französische Gegensatz und auf Reichsebene derjenige zwischen Kaiser und Katholischer Liga einerseits und Protestantischer Union andererseits. Als Auslöser des Krieges gilt der Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618. Am 24. Oktober 1648 endete der Krieg in Deutschland. Seine Feldzüge und Schlachten hatten überwiegend auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches stattgefunden. Die Kriegshandlungen selbst, aber auch die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen verheerten und entvölkerten ganze Landstriche. In Teilen Süddeutschlands etwa überlebte nur ein Drittel der Bevölkerung. Nach den wirtschaftlichen und sozialen Verheerungen benötigten einige vom Krieg betroffene Territorien mehr als ein Jahrhundert, um sich von deren Folgen zu erholen. [k] 1624-1665: Eberhard von Buchenau übernimmt nach dem Tod des Vaters das Schenckschloss (Schloss Buchenau) [h] Als 1629 der fuldaische Abt Bernhard Schenck von und zu Schweinsberg die katholische Kirchenverfassung wieder einsetzen wollte protestierte die Familie von Buchenau und floh vorübergehend nach Bad Hersfeld. Hierdurch blieb Buchenau protestantisch obwohl im dann wieder katholischen Klostergebiet gelegen. [a] 1656 erlangte die buchische Ritterschaft die angestrebte Unabhängigkeit, so dass sie von da ab nicht mehr im Lehenverhältnis zum Fürstabt stand, sondern unmittelbar dem Kaiser unterstellt war. Allerdings befand sich die Ritterschaft allgemein schon in einer Krise, die Ende des 17. Jahrhunderts immer offenkundiger wurde. [b] 1665-1691: Herbold Reinhard von Buchenau vermählt mit Anna Margarethe von Buchenau, der Tochter seines Vetters Georg von Buchenau, in Schloss Buchenau. [h] Zwischen 1678 bis 1700 verkauften Georg Christoph, Eitel Georg und Wilhelm Sittig von Buchenau 2/3 der fuldischen Lehnsgüter an den Fürstabt Placidus von Droste. Dabei handelte es sich um das heutige Schloss Buchenau. [b] 101.21 Placidus von Droste + Wappen

Fürstabt Placidus von Droste und Wappen [29]

1680 verkaufte die Familie Buchenau das Schloss mit 3/8 Ihres Gesamtvermögens an ihren Gläubiger, den Fürstabt zu Fulda. [p] 11.03.1691 Herbold Reinhard von Buchenau verkauft dem Abt Placidus zu Fulda das Schloss mit weiterem Besitz für 10.000 Gulden (fuldischer Währung). [h] 1692-1717 Wolf Christoph Schenck zu Schweinsberg (geb. 26.09.1653, gest. 03.09.1717), Generalleutnant und Gouverneur von Oberhessen, verheiratet mit Anna Juliana von Boineburg. Die Ehe blieb kinderlos. Er war General und Kommandant von Marburg. [h] Am 30.03.1692 tauschte Placidus von Droste, Fürstabt von Fulda, das Schloss Buchenau gegen das Schloss in Burghaun mit der Familie Wolf Christoph Schenck zu Schweinsberg. "Es wird bekundet, dass es zwischen Placidus [von Droste], Abt von Fulda, und Wolf Christoph Schenck zu Schweinsberg, Oberst (obrist) zu einem Gütertausch gekommen ist. …. Das Kloster überträgt Wolf Christoph, dessen Ehefrau, seinem Vater und allen seinen Nachfolgern die buchenauischen Güter mit allen Rechten gegen die Übergabe der genannten Güter in Burghaun und im Amt Neukirchen. ….. So geschehen Fuldt den 30ten Martii anno 1692 (30. März 1692)" [q1] 101.22 urk. 75 reichsabtei fulda 1692 maerz 30 vorderseite

Urkunde vom 1692 März 30 [q2]

101.23 Wappen Schenck zu Schweinsberg

Wappen Schenck zu Schweinsberg [33]

1694–1710 wurde aus Geldmangel 1/8 des Besitzes an Schloss Buchenau an den Gemahl der Anna Elisabeth von Buchenau, Daniel von Boyneburg zu Lengsfeld, verkauft. [m] Wolf Daniel von Boyneburg (* 1667; † 1743) 1700 Geheimer Rat u. Oberamtmann von Fulda, 1714 auch Oberamtmann der Zent 7) 8) Fulda. [n] 1694: Die Familie Wolf Christoph Schenck zu Schweinsberg zieht in Buchenau ein und bewohnt das Schenckschloss und die Obere Burg. Ihr Einkommen bezieht die Familie aus dem Waldbesitz, welcher zu dem Schloss gehörte. Später kam noch eine Ziegelei hinzu. [r] 101.24 Schloss Buchenau

Schloss Buchenau [34]

Diese Familie wohnte im Schenckschloss bis 1912. 1713: Das Generalshaus wird wiederhergestellt und renoviert. [h] 1717-1729: Johann Carl Schenck zu Schweinsberg stirbt am 01.06.1729 (geb. 09.11.1695). Die Neffen und Nichten treten das Erbe an. [h] 1730-1807: Rittmeister Caspar Wilhelm Julius Schenck zu Schweinsberg, Kurhessischer Generalleutnant, Gouverneur von Ziegenhain (geb. 26.03.1730, gest. 17.08.1807) [h] 1753-1763: Siebenjähriger Krieg [h] 1767-1808: Julius Karl Christian von und zu Buchenau letzter Reichsfreiherr von Buchenau, der vorletzte des Geschlechtes, verschuldete das Rittergut stark und musste wegen Trunkenheit unter Curatel (Vormundschaft)) gestellt werden. Er starb mit 41 Jahren durch übermäßigen Genuss alkoholischer Getränke. [b] In der männlichen Linie verbleibt nur noch sein jüngster Sohn Ludwig Karl Wilhelm von Buchenau. 1796-1815: Ludwig Karl Wilhelm von Buchenau Die Welt außerhalb von Buchenau von 1802 - 1866 [h] - 1802 wird das Fürstbistum Fulda in ein weltliches Fürstentum umgewandelt - 1802 bis 1806 Herrschaft des Erbprinzen Wilhelm Friedrich von Oranien/Nassau - 1803 Nach der Säkularisation 9) verliert die Ritterschaft 1803 durch Mediatisierung 10) ihre Selbstständigkeit und Reichsunmittelbarkeit [b] - 1806 Buchenau unter französische Verwaltung - 1810 Buchenau kommt zum Großherzogtum Frankfurt - 1813 Buchenau unter österreichische Verwaltung - 1815 Buchenau unter preußische Verwaltung - 1816 Buchenau kommt zum Kurfürstentum Hessen - 1866 Deutscher Krieg - Buchenau gehört nun zu Preußen 1807 - 1840: Rittmeisters Philipp Moritz Christoph von Schenck zu Schweinsberg auf Buchenau (geb. 26.05.1783, gest. 12.11.1840) verh. mit Henriette geb. Hennenhofer zu Oberlengsfeld [h] 1812 zog Karl Ferdinand von Buchenau mit Napoleon nach Russland und starb dort in Smolensk an der Ruhr. [b] 1815 erlosch in der männlichen Linie das Adelsgeschlecht derer von Buchenau mit dem Freitod von Ludwig Karl Wilhelm von Buchenau. [c] Er war der jüngste Sohn des Reichsfreiherrn Julius Karl Christian von Buchenau (1767 - 1808), der sich mit 19 Jahren aus Liebeskummer erschoss. [b] 1839 kommt Ernst von Seckendorff als Erbe in den Besitz der Buchenauer Güter. [c] 1840-1869: Major a.D. Carl Wilhelm Georg Julius Friedrich von Schenck zu Schweinsberg (geb. 17.01.1805, gest. 30.03.1869) [h] 1869-1887: Ernst Moritz Ludwig Schenck zu Schweinsberg, königl. Rittmeister (geb. 18.1.1838, gest. 2.5.1887), Ehefrau Sophie Marie-Luise geb. von Biedefeld, geb. 29.10.1850, gest. 1.7.1930 [h] 1878 kauft die Familie von Seckendorff das Spiegelschloss. [b] 1887-1912: Hans Schenck zu Schweinsberg, königl. Leutnant, Ritter hoher Orden, (geb. 4.3.1871, gest. 19.10.1912) [h] 1903 wurde die Obere Burg erneuert. [c] 101.25 Generalshaus DSC_3956

Das Generalshaus der Oberen Burg; Foto vom Fußweg zur Hirtsküppel

1903 erneuter Umbau und Renovierung Schloss und Generalshaus [h] 1904 wurde an das Generalshaus ein Turm angebaut als Kopie des Turmes auf der Wartburg. [r] 1910 wurde am Schloss ein weiterer Treppenaufgang angebaut, der sogenannte Hochzeitsturm, anlässlich der Hochzeit von Hans Schenck zu Schweinsberg mit seiner Frau Else. [r] 1912 war Hans Schenck zu Schweinsberg Pleite [r] 1912: Tod (Selbstmord) von Hans Schenck zu Schweinsberg. Er war der letzte Schenck zu Schweinsberg in Buchenau. Nach seinem Selbstmord wurde das Schloss verkauft. [h] + [r] 1913: Zwangsverkauf für 650 000 Mark an Frhr. Heeremann von Zuydtwyk (22.-23. Okt). [h] 1917: Errichtung des Zentralbaus Schloss Buchenau. Einrichtung eines Alters- und Waisenheim. Nutzung durch Elsass-Lothringischer Hilfsbund. [h] 1922: Für dieses Jahr wird die Hessische Heimat in Schloss Buchenau erwähnt. [h] 1923: Das Torhaus wird erbaut Bis 1924 verschiedene Nutzungen von Schloss Buchenau (Schenckschloss) [c] 1924-1984 ist das Schloss Buchenau (Schenckschloss) ein Landerziehungsheim der Stiftung Deutsches Landerziehungsheim [c] + [h] 1989-1999: DDR-Flüchtlingsheim, Aussiedlerheim im Schloss Buchenau (Schenckschloss). [h] Seit 2001 dient Schloss Buchenau als Tagungshaus, Gruppenhotel, Seminarhaus sowie Gruppenhaus für Gruppen aller Art. [s] 2002: Umbau des Berghauses zu 5 Wohnungen. Erstellung einer Zufahrt. 101.26 Berghaus DSC_3948

Das Berghaus

Historie: 1952 Baubeginn. Ursprünglich war das Berghaus nur über die Treppe vom Hof Obere Burg erreichbar. Das Baumaterial zum Bauen wurde vom Hang abgeseilt. 13. September 1953 Einweihung des Berghauses als Mädchenwohnhaus für das Internat [35] 2005 stirbt Sigmund von Seckendorff 2007 stirbt Ursula von Seckendorff Von 2007 bis 2011 wird das Torhaus komplett renoviert. [t] Das Torhaus ist ein altes Gebäude der Familie von Spiegel. Ca. 1892 verkaufte die Witwe des Förster Hohenstein, der in Diensten des Freiherrn von Spiegel stand, das Gebäude. Das Haus steht am Eingang des Schlossgeländes. [t] 101.27 Torhaus DSC_3909

Das Torhaus

 

Hier endet Teil I meiner Schilderungen über das Geschlecht derer von Buchenau

Im nächsten Bericht besuche ich die Obere Burg mit dem Generalshaus.

z Fußleiste Wappen [36] .

Legende:

[02] Kopfbild: Torhaus “Alte Burg” – Bild: NF am 15.11.2014
[03] Kopfleiste: Bilderbogen Buchenau – Montage NF vom 15.11.2014
Die einzelnen Bilder:
01 – Wappen von Buchenau am Brunnen im Garten von Schloss Buchenau
02 – Wappen von Buchenau nach Siebmacher
03 – Wappen Hermann II. von Buchenau, Fürstabt von Fulda
04 – Generalshaus in der Oberen Burg
05 – Fachwerkhaus in Buchenau
06 – Spiegelschloss in der Alten Burg
07 – Torhaus der Alten Burg
08 – Turm an der Rückseite vom Schenckschloss
09 – Schenckschloss
10 – Turm des Spiegelschlosses
11 – Ev. Kirche in Buchenau
12 – Wappen Placidus von Droste
13 – Wappen von Goltacker nach Siebmacher
14 – Wappen von Schwalbach am Brunnen im Garten von Schloss Buchenau

[04] de-wikipedia-org/wiki/Buchenau_(Adelsgeschlecht,_Eiterfeld)
[05] Google earth
[06] heraldik-wiki-de/index.php?title=Burg_Haun
[07] de-wikipedia-org/wiki/Burg_Hauneck
[08] www-facebook-com/Rhoenklub/posts/383550891681207
[09] de-wikipedia-org/wiki/Buchenau_(Eiterfeld)
[10] www-eiterfeld-de/downloads/tourismus-ortsplan-eiterfeld-2013.pdf
[11] commons-wikimedia-org/wiki/File:Wappen_Eiterfeld.png – Date: upload – Date: 20. Juli 2006 – Source: http://webhsl-hsl-de/Gem_Info/Wappen/631007-gif – Author: upload by Steschke
[12] de-wikipedia-org/wiki/Buchenau_(Eiterfeld)+www-eiterfeld-de/rathaus/einwohnerzahlen/ index.html
[13] Google earth
[14] www-eiterfeld-de/downloads/tourismus-ortsplan-eiterfeld-2013.pdf
[15] Die Geschichte des Buchenauer Adels und seiner Schlösser
Zusammengestellt aus:
[a] de-wikipedia-org/wiki/Buchenau_(Eiterfeld)
[b] de-wikipedia-org/wiki/Buchenau_(Adelsgeschlecht_Eiterfeld)
[c] www-burgenwelt-de/buchenau/ge.htm – Quelle: Rudolf Knappe – Mittelalterliche Burgen in Hessen – Gudensberg 2000 – *) Informationstafel am Schloss Buchenau, 01.2006.
[d] www-gottschalg-com/namensvarianten/von1400bis1499/gottschalkvonbuchenau1400.htm
[e] heraldik-wiki.de/index.php?title=Buchenau_(Adelsgeschlecht,_Eiterfeld)
[f] www-igeawagu-com/news/1500-1599/1197927843.html
[g] www-radroutenplaner.hessen-de/sehenswuerdigkeiten_info.asp?dbspalte=1000666
[h] www-schloss-buchenau-de/index.php/infos-download/schlossgeschichte
[i] nicht belegt
[j] nicht belegt
[k]de-wikipedia-org/wiki/Dreißigjähriger_Krieg
[l] nicht belegt
[m] de-wikipedia-org/wiki/Buchenau_(Adelsgeschlecht,_Eiterfeld)
[n] heraldik-wiki-de/index-php?title=Boyneburg_%28Adelsgeschlecht%29&redirect=no
[o] nicht belegt
[p] de-wikipedia-org/wiki/Schloss_Buchenau
[q1] www-deutsche-digitale-bibliothek-de/item/ YX7HZ6WVLCG2JTFDUXGS26WO5GOPMV3J
[q2] digitalisate-hadis.hessen-de/jpg/hstam/urk.%2075/urk-%2075%20reichsabtei%20fulda%201692%20maerz%2030%20vorderseite.jpg
[r] www-schloss-buchenau-de/index.php/infos-download/ort-buchenau
[s] www-gruppenfreizeiten-de/schloss-buchenau-eiterfeld-buchenau
[t] nicht belegt
[u] www-rhoen-info/lexikon/personen/Buchenau_10939081.html
[16] heraldik-wiki.de/index.php?title=Buchenau_(Adelsgeschlecht,_Eiterfeld)
[17] commons-wikimedia-org/wiki/File:Buchenau.gif?uselang=de – Datum: Mittelalter 7. Mai 2006 – Urheber: Original uploader was Schenck at de-wikipedia (http://de.wikipedia.org)
[18] de-academic-ru/dic.nsf/dewiki/206308
[19] Google earth
[20] Quelle des Planes unbekannt; Bilder NF
[21] www-rhoen-info/lexikon/personen/Buchenau_10939070.html
[22] Quelle: Hubertus von Wilmowsky: Die Geschichte der Ritterschaft Buchenau. In: Fuldaer Geschichtsblätter. Jg.40 (1964). Nr.1. S.1-32. und Nr.2. S.33-47.
[23] “Buchenau, Simon von”, in: Hessische Biografie <http://www-lagis-hessen-de/de/ subjects/idrec/sn/bio/id/9725> (Stand: 25.8.2014)
[24] lagis-online-uni-marburg-de/de/imagepopup/rec/sn/zig/dir/s2/id/744/current/1/ mode/indexed
[25] Zitierweise Ziegenhainer Regesten online Nr. 744 <http://www.lagis-hessen-de/de/ subjects/idrec/sn/zig/id/744> (Stand: 17.3.2008)
[26] www-rhoen-info/lexikon/personen/Buchenau_10939088.html
[27] lagis-online-uni-marburg-de/de/subjects/gsrec/id/0/current/8/mode/document/sort/ score+asc/pageSize/40/sn/bio?=heinrich+simon&fq[]=hat_ biografie%3Atrue
[28] commons-wikimedia-org/wiki/File:COA_von_Buchenau_FA_Fulda.jpg?uselang=de – Datum: 25. Januar 2014 – Urheber: Ekpah
[29] Montage NF aus: de-wikipedia-org/w/index.php?title= Placidus_von_Droste&oldid= 133939106 Bild: de-wikipedia-org/w/index-hp?title=Placidus_von_Droste&oldid=133939106# mediaviewer/File:F%C3%BCrstabt_Placidus_von_Droste_1688.jpg
Fürstabt Placidus von Droste, 1678-1700 – commons-wikimedia-org/wiki/File:Fürstabt Placidus von Droste 1688.jpg – Date: 24. April 2009 – Author: Wiki 08
Wappen: de-wikipedia-org/w/index-php?title=Placidus von Droste&oldid=133939106 #mediaviewer/File:COA_PlacidusvDroste_FA_Fulda3.jpg – commons-wikimedia-org/wiki/ File:COA_PlacidusvDroste_FA_Fulda3.jpg
[30] Leer
[31] Leer
[32] Leer
[33] codicon-digitale-sammlungen-de/ Blatt_bsb00020447,00566-html
[34] www-schloss-buchenau-de/mydata/images/slideshow/Startseite2/image7.jpg
[35] www-schloss-buchenau-de/index.php/gebaeude/trenner/berghaus
[36] Fußleiste – Wappen Schenck zu Schweinsberg – Montage: N. Fuchs / commons-wikimedia-org/wiki/File:COA_family_de_Schenck_zu_Schweinsberg.svg – Date: 12 April 2009 – Author: Christer Sundin

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Fußnoten:

1) Der Ausdruck Fehde bezeichnet ein Rechtsinstitut, das vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit die Regulierung von Rechtsbrüchen direkt zwischen Geschädigtem und Schädiger unter Ausschaltung einer übergeordneten Instanz regelte. Fehdefähig waren nur Freie. Handlungen eines Knechtes wurden seinem Herrn zugerechnet.
Sie wird heutzutage oft mit Blutrache gleichgesetzt, wobei letztere aber als Blutfehde nur die Ultima Ratio der Konfliktbewältigung innerhalb der Fehde darstellte, wenn
Sühne und Schadensausgleich nicht mehr griffen oder von einer der Parteien abgelehnt wurden. [I]

2) Ein Fehdebrief, auch Absagebrief, ist eine Urkunde, worin – meist mit ganz kurzen Worten – die Fehde angekündigt wird. Dies musste drei Tage vor dem Beginn in Schriftform erfolgen, um als rechtmäßig zu gelten.

Damit die Fehde nicht zum Mord und damit straffähig wurde, hatten die Betroffenen folgende Regeln zu beachten:
> Die Fehde, egal ob unter Rittern oder zwischen Rittern und Städten, musste durch einen förmlichen Fehdebrief angesagt werden.
> Die Tötung Unbeteiligter war verboten.
> Das Niederbrennen von Häusern und das Verwüsten von Land war jedoch erlaubt.
> Während der Fehde musste der Frieden in der Kirche, im Hause, beim Gang zur Kirche, bei der Rückkehr von der Kirche, beim Gang zum Gerichtstermin und bei
der Rückkehr vom Gerichtstermin beachtet werden. [II]

3) Ein Vasall (von lat. vassus „Knecht“) war im frühen Mittelalter (5.−7. Jh.) ein Herr, der sich freiwillig als Gefolgsmann in den Dienst eines anderen Herren stellte und sich diesem für bestimmte militärische oder diplomatische Dienstleistungen verpflichtete. Der Vasall musste eine bestimmte Anzahl an Soldaten zur Verfügung stellen, um somit den Dienstherrn in dessen Krieg zu unterstützen. Die Lehenspflicht bestand aber auch aus Abgaben, zum Beispiel für die herrschaftlichen Kriegsdienste, oder aus ähnlichen Leistungen. Der Vasall genoss im Gegenzug den Schutz seines Lehnsherren. [III]

4) Das Allod (altniederfränkisch allōd, „volles Eigentum“, zu all „voll, ganz“ und ōd „Gut, Besitz“; mlat. allod oder allodium), auch Eigengut oder Erbgut oder freies Eigen, bezeichnete im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht ein Eigentum (fast immer Land oder ein städtisches Grundstück respektive ein Anwesen), über das dessen Besitzer (Eigner, der Erbherr oder die Erbfrau) frei verfügen konnte. [IV]

5) Weiber- oder Kunkellehen ist die in Deutschland erst im 12. Jh. Fuß fassende Form des Lehens, das bei Fehlen männlicher Nachkommenschaft durch Übergang auf die Tochter des verstorbenen Lehnsmannes in der weiblichen Linie vererbbar wurde. Mit dem Kunkellehen war häufig Einflussnahme des Lehnsherrn auf die Wahl des Ehemannes verbunden.

Kụnkellehen, weil die Kunkel als Symbol für die Frau galt. [V-I]

Kunkel ist der altdeutsche Begriff für den Rocken beim Spinnen. [V-II]

Der Spịnnrocken ist ein Teil am Spinnrad, auf das das zu verspinnende Material gewickelt wird. [V-III]

6) Koadjutor, katholischer Vikar, der den durch Alter oder Krankheit behinderten Stelleninhaber mit dem Recht der Nachfolge vertritt. [VI-I]

7) Zent, eine politische Einheit, Untereinheit des Gaues. [VII]

8) Zentgericht, ist ein mittelalterliches Gericht im südwest- und mitteldeutschen Raum. Ein Zentgericht ist also das Gericht einer Hundertschaft. Möglicherweise war das Zentgericht ursprünglich nur ein Niedergericht im Gegensatz zum Hoch- oder Blutgericht des Grafen. Die Hochgerichtsbarkeit wurde im Mittelalter zunehmend auf die Zentgerichte übertragen. Sie wurden im Hochmittelalter zum Instrument der Landesherrschaft, die nicht nur juristische, sondern auch zahlreiche Verwaltungsfunktionen übernahmen. [VIII]

9) Als Säkularisation wird ursprünglich die staatliche Einziehung oder Nutzung kirchlicher Besitztümer (Land oder Vermögen) bezeichnet. Im engeren Sinne versteht man unter Säkularisation die Aufhebung kirchlicher Institutionen und die Verstaatlichung ihres Besitzes sowie die Einverleibung der geistlichen Fürstentümer und Herrschaften des Heiligen Römischen Reiches durch größere Territorialstaaten während des Napoleonischen Zeitalters. [IX]

10) Mediatisierung („Mittelbarmachung“) ist ein Begriff aus der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches. Im Reich gab es Territorien, deren Herren nur den Kaiser als weltliche Autorität über sich hatten und somit reichsunmittelbar waren. Andere wiederum unterstanden einem in der Standesordnung höhergestellten Landesherrn. Mediatisierung hieß, dass ein zuvor reichsunmittelbares Gebiet mittelbar wurde, also einem Landesherrn unterstellt wurde. [X]

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Quellen der Fußnoten:

[I] de-wikipedia-org/wiki/Fehde
[II] de-wikipedia-org/wiki/Fehdebrief
[III] de-wikipedia-org/wiki/Vasall
[IV] de-wikipedia-org/wiki/Allod
[V-I] universal-lexikon-deacademic-com/98994/Kunkellehen
[V-II] universal-lexikon-deacademic-com/98993/Kunkel
[V-III] universal-lexikon-deacademic-com/123546/Spinnrocken
[VI-I] www-duden-de/rechtschreibung/Koadjutor
[VI-II] www-duden-de/rechtschreibung/Vikar
[VII] de-wikipedia-org/wiki/Cent
[VIII] de-wikipedia-org/wiki/Zentgericht
[IX] de-wikipedia-org/wiki/S%C3%A4kularisation
[X] de-wikipedia-org/wiki/Mediatisierung

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